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Le Théâtre du Sacré

Zum Raum wird hier die Zeit

 
 
 

Den Begriff „sacré“ könnte man mit heilig, geweiht übersetzen, doch keiner dieser Begriffe gibt „sacré“ wirklich wieder. „Sacré“ steht im Gegensatz zum Profanen. Wenn also „profan“ das Weltliche bezeichnet, könnte „sacré“ das Geistige bedeuten. Könnte. Nehmen wir diesen Begriff in Ermangelung eines passenderen. Das Geistige, verbunden mit dem Kultus, dem Gottesdienst ruft Respekt, Ehrfurcht hervor. 

Das Weltliche befindet sich ausserhalb des Tempels und gehört dem Religiösen nicht an. Es ist nicht eingeweiht in übersinnliche Erkenntnis.

Das Geistige hingegen ist untrennbar mit der Religion verbunden, wenn diese als Bewusstwerdung der Verbindung mit unsichtbaren Realitäten). Und doch sind Geistiges und Religion nicht gleichzusetzen. Das Geistige kann ausserhalb der Religion überleben, respektive wieder leben.

Die menschliche Stimme ist das Instrument, das Geistiges äussern kann. Sie kann durch Sprache und Gesang besser als das Geschriebene einen gefühlsmässigen, feierlichen Inhalt vermitteln.

In manchen Epochen wurde die gesprochene Sprache in einem Zuge genannt mit dem göttlichen Atem, der göttlichen Schöpfungsmacht. (Beispielsweise der griechische Begriff des LOGOS, bei Heraklit oder im Johannes-Evangelium).

Diese Gedanken führen zum „Théâtre du sacré“, wo Raum und Zeit dazu dienen, die unsichtbare Verbindung zwischen Mensch und Welt, Himmel und Erde, gleich einer Schale aufzunehmen, um sie anschliessend in die Herzen der Menschen zu giessen. Gleich einem magischen Strom.

 

Stiftung der Fonds Christoffel Plantin
Hiermit drückt die Stiftung der "Fonds Christoffel Plantin" Anerkennung und Dank aus für die Initiativen und die Arbeit von Pierre Massaux.
Er hat dadurch in grossem Mass zum Prestige und der Ausstrahlung Belgiens über seine Grenzen hinaus beigetragen.

Antwerpen, 24. Oktober 2016 
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Pierre Massaux

Pierre Massaux ist frankophoner Belgier aus Flandern. Als Regisseur und Dramaturg sieht er sich auf der Linie des théâtre sacré. Sein Hauptanliegen ist, mit Reinheit und  Klarheit herauszukristallisieren, was sich in einem Werk an authentischem Ausdruck und Architektur verbirgt.

Nachdem er zahlreiche Aufführungen auf die Bühne gebracht hatte, initiierte 2009 er in St. Gallen ein soziokünstlerisches Projekt (Stücke bisher: Stimme der Erde, Pierre Rabhi 2009, Guantanamo, Mourad Benchellali  2010, Gottes vergessene Kinder, 2011, Génocidé, R. Rurangwa 2012, Beethoven “Vom Herzen, möge es wieder zu Herzen gehen“ 2013).

Es handelt sich hier um ein aussergewöhnliches, neuartiges Theaterprojekt, das Menschen, Sprachen und Kulturen verbindet. Laien und professionelle Schauspieler können sich an diesem Projekt beteiligen.

 

Pierre Massaux, künstlerisch engagiert, spürt Oasen der Menschlichkeit auf. Er arbeitet unermüdlich – und gegen den Trend des Theaterbetriebs, der um Moral und Weltverbesserungsansprüche einen weiten Bogen macht – daran, trockengelegte Quellen des Mitgefühls, der Anteilnahme im Zuschauer zum Sprache zu bringen. 
…Seine Kunst hat eine klare Botschaft, Selbstbezüglichkeit liegt ihr ebenso fern wie ästhetische Extravaganz. Im Mittelpunkt steht stets der Mensch…
Bettina Kugler, St.Galler Tagblatt


Ihre Arbeit ist sehr beeindruckend.
Mit solidarischer, bewundernder und hochachtender Freundschaft grüsst

Jean Ziegler, 2012
 
 
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Soziokünstlerisch

Bei “présent«“ treffen sich Laien und Schauspielerinnen und Schauspieler aus allen Teilen der Welt in Gruppen, die von Professionellen geleitet werden. Jährlich werden zwei bis drei Theaterstücke erarbeitet, welche zwölf Vorstellungen lang gespielt werden; die Erarbeitung dauert vier Monate. Wir arbeiten mit dem Ziel, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in einen gemeinsamen künstlerischen Arbeitsprozess zu integrieren. Das Ziel ist ein „elitäres Theater für alle“. Dieses Projekt ist als interkulturell engagiertes Theater ein Ort, der Menschen, Sprachen und Kulturen verbindet.

  • Persönlichkeitsentwicklung und Förderung von Gruppenprozessen
  • kulturelle Interaktion: jeder soll dazu ermutigt werden, am kulturellen Leben teilzuhaben, es mitzugestalten
  • Künstler und Persönlichkeiten aus Bereichen wie Wirtschaft, Recht, Politik, Philosophie, Religion, Industrie, Landwirtschaft können zusammenfinden.

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Inszenierungen