Mit: Tsering Dongchentsang, Michael Eyob, Daniel Gebrehiwet, Khalid Hassen, Nathalie Hubler, Dekyi Gyelgo Tong, Lhashik Resartsang, Hajer Tadesse, Fitsum Teklezghi, Rinchen Yutoksang
Theater 111 St.Gallen
EUGÈNE IONESCO
Und der Rest ist Schweigen (Für Kultur, gegen Politik, St. Gallen 1979)
GIOVANNI SEGANTINI
Kunst ist Liebe in Schönheit gehüllt - Schriften und Briefen
Schönheit ist ein Menschenrecht
Gleich zwei Stücke mit Geflüchteten aus Eritrea, Tibet, Syrien, Afghanistan und Sri Lanka haben diesen Monat in St. Gallen Première : « Eine sprachliche Intensivstation » sagt Regisseur Pierre Massaux.
Es braucht Mut, auf die Bühne zu gehen, den Sprung in den Käfig zu wagen. Wir wenden uns an Menschen, die Lust darauf haben, sich auf solche Texte und auf Theater einzulassen, sagt Massaux. Wortschatz, ein alles andere als alltagssprachlicher Satzbau, Aussprache : Daran feilt die Gruppe Tag für Tag, geduldig und intensiv.
Tsering aus Tibet hat früher Tiere gehütet. «Jetzt hütet sie Menschen » sagt Pierre Massaux und lacht. «Sie ist unser Polizist». Konzentriert und ruhig deklamiert sie auf der Bühne ihren Text. Hat jemand einen Hängen, hilft sie nach.
Um all dies schon an den Proben in den Mittelpunkt zu stellen, arbeitet Massaux mit äusserster Reduktion in Gesten, Bewegungen, Ansstattung. Gerade das erfordert grosse Konzentration.
« Wir sind der letzte Schein eines Sonnenuntergangs », deklamiert sie in der Schlussszene. Was hier keineswegs pessimistisch klingt.
Bettina Kugler, St. Galler Tagblatt, 7. September 2017
